Bis 28. März 2027 zeigt das Wien Museum 350 Kleidungsstücke aus vier Jahrhunderten, geordnet nach sechs Farben. Kuratorin Michaela Lindinger erklärt, warum Modefarben nie bloß Dekor sind: von weißer Kinderkleidung als Statussymbol bis zum neongelben Herrenanzug von 1968.
Ein Stockbett mit Stoffen aus Somalia und eine Wand mit Fragen zu Kolonialismus: Im OPEN SPACE denken Wiener Communities über koloniale Sammlungen nach.
Am 21. April 1770 verließ die vierzehnjährige Maria Antonia Wien, als Braut des französischen Thronfolgers. Die Wiener Kindheit der späteren Marie Antoinette, von der Hofburg über Schönbrunn bis zur Augustinerkirche.
Am 15. Oktober 1844 dirigierte der 18-jährige Johann Strauss Sohn bei Dommayer in Hietzing zum ersten Mal sein eigenes Orchester, und sein Vater hatte versucht, das zu verhindern. Wie aus dem Rivalen der Walzerkönig wurde und wo man ihm in Wien heute begegnet.
Am 7. Mai 1824 jubelte das Kärntnertortheater nach der Uraufführung der Neunten, und Beethoven hörte nichts davon. Seine Wiener Jahre von der Ankunft 1792 bis zum Tod im Schwarzspanierhaus.
Am 21. Juni 1914 starb Bertha von Suttner in ihrer Wiener Wohnung, eine Woche vor dem Attentat von Sarajevo. Der Weltfriedenskongress, der im September in Wien tagen sollte, fand nicht mehr statt.
Als Mozarts Requiem 1958 von der Weltausstellung in Brüssel zurückkam, fehlte eine Ecke mit wenigen Wörtern von seiner Hand. Wie die Handschrift über einen Grafen, eine Witwe und zwei Helfer in die Nationalbibliothek kam.
Am 26. November 2007 lag die Tabula Peutingeriana für einen einzigen Tag im Licht. Wie die einzige erhaltene Straßenkarte der Römer über Celtis, Peutinger und Prinz Eugen in die Nationalbibliothek kam und warum man fast immer nur Kopien von ihr sieht.
Am 28. Juni 1914 biegt der Wagen von Franz Ferdinand an der Lateinerbrücke falsch ab, Gavrilo Princip schießt. Wie das Auto, die blutige Uniform und ein Nummernschild mit Legende ins Heeresgeschichtliche Museum kamen.
Am 21. November 1883 erklärt Ferdinand von Hochstetter in Wien, der Federschmuck aus Ambras sei eine Standarte. Er irrt. Warum der Penacho bis heute im Weltmuseum liegt und Mexiko ihn zurückfordert.
Am 18. Dezember 1912 liefen die Mitglieder des Wiener Eislaufvereins am Heumarkt zum ersten Mal auf Kunsteis, bei Plusgraden. Die Geschichte des Eislaufens in Wien, vom alten Kanalhafen beim Hauptzollamt bis zur Saison 2026/27.
Am 30. April 1775 öffnete Joseph II. den Augarten für alle. Die Geschichte des Parks in der Leopoldstadt: kaiserliche Favorita, Mozarts Morgenkonzerte, Porzellan, Sängerknaben und zwei Flaktürme.
Klimt mit Katze, das neue Riesenrad, die Stadtbahn im Bau und Altwiener Gassen: Wien um 1900 in 16 Fotos aus vier Sammlungen.
Am 9. April 1766 öffnete Joseph II. den Prater für alle. Wie aus dem kaiserlichen Jagdrevier der Wurstelprater mit Kasperl, Venedig und Riesenrad wurde: 13 Bilder aus vier Sammlungen.
Zum 150. Geburtstag zeigt das Naturhistorische Museum Wien nicht seine schönsten Stücke, sondern die Frage, wie sie ins Haus gekommen sind. Kuratorin Anna E. Weinmann über Jagdrekorde, erzwungene Verkäufe und die Grenze zwischen gutem und bösem Sammeln.
Der Kernbestand des Papyrusmuseums stammt aus einer antiken Mülldeponie in Ägypten. Direktor Bernhard Palme führt durch ein Haus voller Quittungen, Klatsch unter Soldaten und dem Zornesbrief einer betrogenen Ehefrau.
Ein Museum fast ohne Objekte, dafür voller Fragen: Barbara Stöckl dreht im Viktor Frankl Museum Tafeln um und öffnet Setzkästen – und spricht über Leid, Zweifel und darüber, warum „auf das Gute schauen“ alles andere als naiv ist.
Die Empfehlungen der Redaktion, neue Ausstellungen und was bald zu Ende geht — am Donnerstag vor dem ersten Wochenende im Monat.
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