Am 26. Mai 1751 fielen bei Zagreb fast 40 Kilo Eisen vom Himmel. Das Stück wurde zum Grundstein der Wiener Meteoritensammlung. Ko-Kuratorin Julia Walter-Roszjár hat uns erzählt, was Meteoriten sind und warum das Naturhistorische Museum Wien so viele hat.
Ein Stockbett mit Stoffen aus Somalia und eine Wand mit Fragen zu Kolonialismus: Im OPEN SPACE denken Wiener Communities über koloniale Sammlungen nach.
Zu Silvester 1830 druckte die Wiener Zeitung seitenweise Namen von Menschen, die sich vom Neujahrsgratulieren freigekauft hatten. Eine Geschichte über Glücksbringer, Rauchfangkehrer und das Trinkgeld an der Tür.
Mehr als hundert Jahre nach dem Ende der Monarchie ziehen Reiter in der Hofburg noch den Hut vor einem Kaiser, der seit 1740 tot ist. Wo man den Habsburgern in Wien heute begegnet, Ort für Ort und Person für Person.
Am Eröffnungstag 1874 bekam nur einer von dreizehn Toten ein eigenes Grab. Wie aus dem ungeliebten Friedhof vor der Stadt der Ort der Ehrengräber wurde, von Beethoven bis Adolf Loos.
Auf dem Zentralfriedhof liegen mehr Menschen, als Wien Einwohner hat. Wie die Stadt zu ihrem morbiden Ruf kam: Klappsarg und Herzstich, Kaisergruft und Narrenturm, Leichenstraßenbahn und Friedhof der Namenlosen.
Im September 1786 meldete die Wiener Zeitung einen neuen Transport aus Florenz: anatomische Präparate aus Wachs für die Akademie Josephs II. Sie stehen bis heute im Josephinum.
Als Mozarts Requiem 1958 von der Weltausstellung in Brüssel zurückkam, fehlte eine Ecke mit wenigen Wörtern von seiner Hand. Wie die Handschrift über einen Grafen, eine Witwe und zwei Helfer in die Nationalbibliothek kam.
Am 26. November 2007 lag die Tabula Peutingeriana für einen einzigen Tag im Licht. Wie die einzige erhaltene Straßenkarte der Römer über Celtis, Peutinger und Prinz Eugen in die Nationalbibliothek kam und warum man fast immer nur Kopien von ihr sieht.
Am 28. Juni 1914 biegt der Wagen von Franz Ferdinand an der Lateinerbrücke falsch ab, Gavrilo Princip schießt. Wie das Auto, die blutige Uniform und ein Nummernschild mit Legende ins Heeresgeschichtliche Museum kamen.
Bei der Eröffnung der Wiener Staatsoper am 25. Mai 1869 bat der Festprolog zwei Tote um Verzeihung: die Architekten van der Nüll und Sicardsburg. Die Geschichte eines Hauses, das man als „versunkene Kiste“ verspottete und das 1945 brannte.
Am 3. August 1899 setzte Bürgermeister Lueger am Wienerberg die Pumpen in Gang: Der Wasserturm Favoriten sollte die höchsten Straßen von Favoriten und Meidling mit Wasser versorgen. Regelmäßig gebraucht wurde er dafür nur elf Jahre.
Klimt mit Katze, das neue Riesenrad, die Stadtbahn im Bau und Altwiener Gassen: Wien um 1900 in 16 Fotos aus vier Sammlungen.
Am 9. April 1766 öffnete Joseph II. den Prater für alle. Wie aus dem kaiserlichen Jagdrevier der Wurstelprater mit Kasperl, Venedig und Riesenrad wurde: 13 Bilder aus vier Sammlungen.
Bis 28. März 2027 zeigt das Wien Museum 350 Kleidungsstücke aus vier Jahrhunderten, geordnet nach sechs Farben. Kuratorin Michaela Lindinger erklärt, warum Modefarben nie bloß Dekor sind: von weißer Kinderkleidung als Statussymbol bis zum neongelben Herrenanzug von 1968.
Der Kernbestand des Papyrusmuseums stammt aus einer antiken Mülldeponie in Ägypten. Direktor Bernhard Palme führt durch ein Haus voller Quittungen, Klatsch unter Soldaten und dem Zornesbrief einer betrogenen Ehefrau.
Ein Museum fast ohne Objekte, dafür voller Fragen: Barbara Stöckl dreht im Viktor Frankl Museum Tafeln um und öffnet Setzkästen – und spricht über Leid, Zweifel und darüber, warum „auf das Gute schauen“ alles andere als naiv ist.
Die Empfehlungen der Redaktion, neue Ausstellungen und was bald zu Ende geht — am Donnerstag vor dem ersten Wochenende im Monat.
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