Bis 28. März 2027 zeigt das Wien Museum 350 Kleidungsstücke aus vier Jahrhunderten, geordnet nach sechs Farben. Kuratorin Michaela Lindinger erklärt, warum Modefarben nie bloß Dekor sind: von weißer Kinderkleidung als Statussymbol bis zum neongelben Herrenanzug von 1968.
Ein Stockbett mit Stoffen aus Somalia und eine Wand mit Fragen zu Kolonialismus: Im OPEN SPACE denken Wiener Communities über koloniale Sammlungen nach.
Im Juni 1892 sitzt Fürstin Metternich im Prater auf einer Holzbank und schaut dem Hanswurst zu. Die Geschichte der Lustigen Figur, die man im 18. Jahrhundert von der Bühne haben wollte und die dem Wurstelprater den Namen gab.
Am 8. Dezember 1881 wartet ein Mann auf der Galerie des Ringtheaters darauf, dass sich der Vorhang hebt. Dann brennt die Bühne. Wie die schwerste Theaterkatastrophe Wiens geschah und was sich danach änderte.
Eine volle Straßenbahn, ein Plakatankleber, Zaungäste im Prater: Emil Mayer fotografierte Wien um 1910, ohne dass es jemand merkte. Im Hauptberuf war er Anwalt.
„Fahr'mer, Euer Gnad'n?“ Fiaker, Wäschermädel, Rastelbinder: Woher die Wiener Typen kommen, wer sie inszenierte und welche Klischees von Anfang an mitliefen.
13. Mai 1888: Wien enthüllt das Maria-Theresien-Denkmal. Wer auf dem Sockel steht, wurde genau ausgewählt – und wer fehlt, sagt viel über die Kaiserin.
64,75 Meter hoch, 1897 von einem Engländer gebaut, 1944 ausgebrannt: Die Geschichte des Wiener Riesenrads erzählt von einem Kaiserjubiläum, von Enteignung und Mord – und von einem Filmklassiker.
Zwei kleine Pavillons aus Eisen, Marmor und Gold: Otto Wagner baute sie als Eingang zur Stadtbahn am Karlsplatz. Fast wären sie dem U-Bahn-Bau zum Opfer gefallen.
Blütenranken auf Fliesen, daneben goldene Ornamente: Otto Wagners Häuser an der Linken Wienzeile waren 1898 ein Bruch mit dem Historismus – und ihre Fassade lässt sich abwaschen.
Am 24. Oktober 1873 schießt am Schwarzenbergplatz eine Fontäne dreimal so hoch wie die Häuser ringsum in die Luft. Der Hochstrahlbrunnen feiert die I. Wiener Hochquellenleitung, die bis heute Bergwasser von Rax und Schneeberg in die Stadt bringt.
Am 19. April 1820 bekommen die Redemptoristen eine Kirche, in der elf Jahre zuvor französische Pferde standen. Die Geschichte von Maria am Gestade, ihrem durchbrochenen Turm und dem Bäcker, der Wiens Stadtpatron wurde.
Klimt mit Katze, das neue Riesenrad, die Stadtbahn im Bau und Altwiener Gassen: Wien um 1900 in 16 Fotos aus vier Sammlungen.
Am 9. April 1766 öffnete Joseph II. den Prater für alle. Wie aus dem kaiserlichen Jagdrevier der Wurstelprater mit Kasperl, Venedig und Riesenrad wurde: 13 Bilder aus vier Sammlungen.
Zum 150. Geburtstag zeigt das Naturhistorische Museum Wien nicht seine schönsten Stücke, sondern die Frage, wie sie ins Haus gekommen sind. Kuratorin Anna E. Weinmann über Jagdrekorde, erzwungene Verkäufe und die Grenze zwischen gutem und bösem Sammeln.
Der Kernbestand des Papyrusmuseums stammt aus einer antiken Mülldeponie in Ägypten. Direktor Bernhard Palme führt durch ein Haus voller Quittungen, Klatsch unter Soldaten und dem Zornesbrief einer betrogenen Ehefrau.
Ein Museum fast ohne Objekte, dafür voller Fragen: Barbara Stöckl dreht im Viktor Frankl Museum Tafeln um und öffnet Setzkästen – und spricht über Leid, Zweifel und darüber, warum „auf das Gute schauen“ alles andere als naiv ist.
Die Empfehlungen der Redaktion, neue Ausstellungen und was bald zu Ende geht — am Donnerstag vor dem ersten Wochenende im Monat.
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